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Abschnitt 1

Eigentlich sollte ich gerade gut erholt von meinem Ruhetag auf der neunten Etappe meiner Tour sein. Stattdessen sitze ich zu Hause an meinem PC und schreibe immer noch frustriert diese Zeilen.
Schon von Begin an, stand diese Tour unter keinem guten Stern, aber ein so abruptes Ende hatte ich wahrlich nicht erwartet…
Auf der ersten Etappe hatte mich mein Dad wieder die ersten Kilometer begleitet und an der Deutsch-Niederländischen Grenze dann verabschiedet. Weiter ging es dann zunächst 105km bei bestem Radl-Wetter, bevor es dann plötzlich für die letzten 9km sehr dunkel wurde. Dem ersten Schauer entging ich nur knapp, da ich Sekunden zuvor beim Zeltplatz angekommen war, den zweiten Schauer habe ich jedoch beim Zeltaufbau abbekommen. Ein Restaurant/Imbiss gab es auch nicht in der Nähe, also gab es schon am ersten Tag Energieriegel und Eis (das Einzige, was an der Rezeption verkauft wurde) zu essen.
Nachdem ich zum Start der zweiten Etappe zunächst meine Flaschen vergessen hatte und zurück musste, war dieser Tag dann der wohl letzte wirklich schöne Fahrradtag – vor allem, was das Wetter betrifft.
Etappe 3 startete bereits mit leichtem Regen am Morgen und endete mit Platzregen, einer kaum zu befahrenden Sandpiste und Gegenwind (hätte ich zu diesem Zeitpunkt gewusst, was für ein Wind mir noch bevorsteht, hätte ich mich darüber sogar gefreut).
Auf der vierten Etappe begann mein Kampf mit den Elementen zuzunehmen, hier vor allem noch mit Wind. Erneut stand am Abend keine Essenmöglichkeit zur Verfügung, allerdings hatte ich dieses Mal vorgesorgt und ein paar Brötchen und Nüsse eingekauft.
Da von den Brötchen noch etwas übergeblieben war, hatte ich die fünfte Etappe umgeplant und den Umweg zum Becker (5km), die mich sowieso weg von der Küste geführt hätten entfernt. Zu dem Wind kam nun auch noch verstärkt Regen hinzu und vor allem an diesem Tag jede Menge Schafscheiße…
Auf der sechsten Etappe nahmen Wind und Regen weiterhin zu, auch wenn es auch immer wieder trockene Phasen gab, und ich (auf Grund der Streckenführung) nicht nur gegen den Wind fahren musste.
Auf der siebten Etappe fing dann jedoch das wirkliche Drama erst an. Den kompletten Vormittag gab es Nieselregen und ab Mittag dann heftigen Sturm, Windgeschwindigkeiten von 30-33km/h, natürlich ins Gesicht. Die Fähre, die sowohl laut komoot, wie auch laut google eine Überfahr über den „Noordbuitenkanaal“ hätte ermöglichen sollen (ca 3km vor dem Ziel) existiert so wohl doch nicht oder ist zumindest nicht gefahren, was zu einem Umweg von 12 weiteren stürmischen Kilometern geführt hat. Am Abend jedoch, nach Dusche, Pizza & Bier (ein Freund schrieb mir an diesem Abend noch, dass Dusche, Pizza & Bier wohl irgendwann man die Welt retten würden), war ich wieder bester Laune und guter Dinge, auch wenn sich zu diesem Zeitpunkt eine leichte Rötung und leichte Pickelchen auf meinem Zeigefinger gebildet hatte – meiner Meinung nach Hitzepickelchen, kommt im Sommer schon mal vor, nichts Wildes… auch freute ich mich auf meinen Ruhetag, zusammen mit Freunden und meinem Baybay – was an diesem Tag bei ihr zu Hause in Wuppertal für ein Drama stattgefunden muss hier nicht weiter erörtert werden – bis ich dann an diesem Abend erfahren habe, dass die geplante Unterkunft für den Ruhetag nicht zur Verfügung steht, was zu hektischem Umplanen führte.
Also führte die letzte Etappe – natürlich bei reichlich Regen und Gegenwind - statt bis nach Hellevoetsluis zunächst nur bis zur Fähre in Maassluis und dann quasi zurück nach Den Haag / Delft, mit dem Plan, dass meine Freundin mich dann nach dem Ruhetag auf der anderen Seite der Fähre in Rotzenburg absetzt und ich von dort die Tour wieder aufnehme.
Leider hatte sich der Ausschlag im Laufe der Nach und vor allem des Tages enorm verschlimmert. Statt nur einen Zeigefinger zu betreffen, waren beide Handrücken, die Finger und auch beide Knie stark gerötet, geschwollen und von Pickelchen übersäht. Weder die verwendete Salbe, noch die Nacht brachten Besserung und so musste ich gestern eine Entscheidung treffen. Vernunft oder Ehrgeiz?
Natürlich könnte ich die Zähne zusammen beißen und noch ein paar Etappen weiter fahren. Aber wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Ausschlag unter der Belastung und dem ständigen Regen besser wird? Oder – was meiner Ansicht nach wahrscheinlicher wäre – sich nur weiter verschlimmert? Wenn ich dann alleine am AdW stehe, ist mir auch nicht geholfen…
Und so habe ich schweren Herzens die Entscheidung getroffen die Tour abzubrechen und mit meinem Baybay nach Hause zu fahren (einen Umweg über den Burger’s Zoo in Arnhem haben wir dennoch eingelegt).
Und auch jetzt, wo ich an meinem PC sitze und diese Zeilen schreibe, bin ich nicht glücklich mit der Entscheidung, auch wenn ich weiß, dass es die einzig richtige war. Meine Hände und Knie sind weiterhin geschwollen, entzündet und jucken wie blöd. Der Doc hat mir eine Kortison Salbe verschrieben, die dann hoffentlich Linderung verschafft. Auch wenn der Doc reichlich kurz angebunden war (Vertretungsarzt) und über mögliche Ursachen nur sehr unzureichend reden wollte – er war der Meinung, dass es vermutlich eine allergische Reaktion auf Sonneneinstrahlung wäre… Welche Sonne? 
Hände die ganze Zeit in Fahrradhandschuhen, 70% der Zeit mit langer Hose gefahren, wie soll da an diese Stellen Sonne kommen, selbst wenn diese denn mal da war? Aber gut, er ist der Doc… Aber woran auch immer es gelegen hat, ich hoffe die Salbe hilft…

Ich für meinen Teil werde natürlich dennoch eine Spende vornehmen.
Statt der geplanten €189,60 für 1896km, wären für 885km eigentlich nur €88,50 fällig…
Aber statt auf Grund des Abbruchs knauserig zu werden, stocke ich meine Spende auf €200 auf.
Falls sich trotz des Abbruchs noch jemand an der Spende beteiligen möchte, würde ich mich natürlich sehr freuen: Danke.

 

Abschnitt 2

...ich werde mal schauen, ob ich den zweiten Teil der Tour noch nachholen werde...

ein paar Zahlen zu der Tour

  • Distanz: 885 Kilometer

  • Zeit im Sattel: 45Std 38min

  • durchschnittliche Geschwindigkeit: 19,4 km/h

  • Ausgaben: ca €505

    • Unterkünfte: €340 (Hotel: €230 / Zelt: €110)

    • Essen: ca €165

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